Zürich, 16.8.2007
Liebe Freunde der Gewaltfreiheit,
wie viele von euch sicher wissen hat die UNO den 2.Oktober, den Geburtstag Mahatma Gandhis, zum INTERNATIONALEN TAG DER GEWALTFREIHEIT erklärt. Wir freuen uns sehr darüber und dass die Gewaltfreiheit nun einen «eigenen Tag» erhalten hat.
Aber: der Antrag erfolgte von Indien einer Atommacht, die in bewaffnete Konflikte mit seinen Nachbarn verstrickt ist. Der Tag wurde von Rüstungsexpor-teuren, Waffenhändlern und Agressoren zu diesem Tag erklärt. Die Schweiz hat zugestimmt, obwohl sie nicht vor Gewalt gegen MigrantInnen zurückschreckt, denn machen wir uns eines klar: Menschen zur «papierlosen Illegalität» zu zwingen oder auszuschaffen ist eine Form der Diskriminierung und somit Gewalt. Schulische Probleme von Kindern mit Psychopharmaka zu lösen, ist eine andere Form der Gewalt. Rüstungsexporte sind eine Form der Gewalt. Und auch wirtschaftliche Ausbeutung, sprich Milliardengewinne der schweizer Konzerne auf Kosten der armen Länder, wirtschaftlicher Druck, erzwungene Arbeitslosig-keit und Sozialabbau sind eine Form von Gewalt. Wenn Gandhi heute noch leben würde, wäre er kein Freund der Politik Indiens, aber auch kein Freund der Politik der Schweiz!
Die Gewalt ist nicht nur sozial, sie wirkt auch in unser allen Leben, sie beginnt bereits im zwischenmenschlichen Bereich.
Wir wollen nicht zulassen, dass die Gewalt «Gewaltfreiheit» feiert, so wie sie heute Menschen im Namen der Menschenrechte in Kriegen umbringt.
Eure Organisation thematisiert Gewalt, so wie wir, und priorisiert die gewaltfreie Aktion. Deshalb laden wir euch ein, den Tag der Gewaltfreiheit gemeinsam zu feiern, am 2.Oktober, ab 17 Uhr, am Bürkliplatz Zürich. Selbstverständlich seid ihr auch eingeladen, einen Stand zu organisieren, um auf eure Anliegen aufmerksam zu machen.
Friedliche Grüsse
Sandra Clavijo
Europe for Peace
clavijo@phantomweb.ch, Tel.: 078 919 60 94
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